Nix wie weg hier
31. Mai -Nadja-
Die Nacht war kurz, das Bein konnte mich zwar nicht wachhalten dank der vielen starken Drogen aus dem Krankenhaus, aber eine lästige Maus kam alle halbe Stunde unter der Tür durch. Reinhard hatte bei seiner nächtlichen Zuckerorgie ein oder zwei Gummibärchen unters Bett gekickt, und die rochen wohl so gut, dass Mickey jegliche Vorsicht vergaß. Haribo macht alle froh oder so? Pah! Die blöde Quietschkugel mit Fell weckte mich immer wieder auf und so war Reinhard mitten in der Nacht gezwungen, eine provisorische Mäusebarriere vor der Tür anzubringen. Dann wurds auch schon hell, die Vögel zwitscherten neben unseren Ohren um die Wette und das Hostel erwachte zum Leben. Hier wurde ja früher nur aus Holz gebaut, und so konnten wir der Konversation, dem Auf-Klo-gehen und den knarrenden Türen lauschen. Toll!
Wir schleppten unsere müden Körper in die Dusche, erst der Reinhard dann ich. So vorsichtig hatte ich mich noch nie gereinigt. Aber Wunder über Wunder, sauber und mit feuchtem Haar sah die Welt schon wieder besser aus. Mein persönlicher Pfleger transportierte unsere Habseligkeiten zurück ins Auto und holte mich dann ab, um mir die steile Treppe hinunter zu helfen. Wir hatten die Schnauze voll von winzigen Hostels ohne jeden Komfort, und Victoria wollten wir nur noch hinter uns lassen. Ein Frühstücks-Diner namens Denny`s hielt uns noch einmal 1 Stunde auf, und wir genossen extrem guten French Toast, Schinken-Ei-Sandwich und literweise köstlichen Kaffee. Sehr zu empfehlen, wenn man die Geräuschkulisse ignorieren kann. War eben ein Familienrestaurant.
Reinhard hielt an der Touri-Info, doch da Sonntag war konnte uns die geschlossene Tür keine Tipps für Übernachtungen in Vancouver geben. Wir schafften die 3 Uhr Fähre aufs Festland und an Bord lief Ray jeden Infostand ab, nur um am Ende gefrustet wieder neben mir zu sitzen. Nix zu machen, da mussten wir uns selber helfen. In Vancouver namen wir die Sightseeing-Route über den Kingsway hinein in die Stadt. Bei jedem angemessen schäbig wirkenden Motel hielten wir an, um die Preise zu erfragen. Doch selbst die Igittigitts waren eindeutig zu teuer, um länger zu bleiben. Da blieb uns nur ein Anlaufpunkt übrig, das größte Hostel von Vancouver bei Jericho Beach. Ein ehemaliges Militärgebäude mit reichlich Platz drumrum in Laufweite vom schönen Sandstrand gelegen. Dort erfuhren wir, dass für diese Nacht noch 1 Privatroom frei war, sogar mit eigenem Bad. Na, das kam ja wie gerufen! Ich humpelte mich also wieder 2 Treppen hinan, Reinhard immer knapp hinter mir beladen wie ein Sherpa. Ich kam mir vor, wie eine Kolonialstil-Reisende. Fehlte nur noch, dass ich ihn herumkommandierte und dämliche Anweisungen gab wie: Sei vorsichtig mit dem Strohhut, der zerbeult sonst! Das Zimmer war groß, es gab Garderobenhaken, einen Wandschrank, ein Doppelbett und das besagte Privatklo mit Dusche und Waschbecken. Sehr, sehr schön.
Ich suchte im Internet nach günstigen Übernachtungsrouten auf unserem weiteren Weg ins Binnenland, wurde aber nicht so recht fündig. Wie schlau, sich das Knie gerade zum Beginn der Hochsaison zu verletzen. Super-Nadja war wieder unterwegs, einen Pfad der Verwirrung hinter sich lassend. Reinhard war einfach nur genervt nach diesem Tag, er brauchte dringend A) andere Gesellschaft, um sich abzulenken und B) ein kaltes Bier, um mal runter zu kommen. Wir liefen und hüpften also nach draußen ins Café auf dem Hostelrasen und gesellten uns zu einer kleinen Runde bunter Menschen. Reinhard verschwand zwischenzeitig, um sich um unsere Wäsche zu kümmern, und kam in der Dämmerung sogar mit meiner noch warmen, dicken, frischriechenden Jacke zurück. Thats my Boy!!
Schnell stellte sich heraus, dass die gesamte Tafelrunde aus deutschsprachigem Raum kam. Zwei Gewalt-Fahrradtouristen, die sämtliche Wegstrecken per Bike abarbeiten wollten und eine weitere Touristin aus der Schweiz. Wir wechselten also in unsere Muttersprachen, und erzählten uns gegenseitig unsere Abenteuergeschichten. Wow, Hut ab! Ich würde nicht mal auf die Idee kommen, halb Kanada und vor allem die Rockies mit dem Fahrrad zu bewältigen. Als es später wurde, kamen noch ein ansässiger Vancouverite samt mexikanischem und italienischem Freund daher. Sie kamen vom Strand, wo sie bis vor kurzem eine Trommelsession veranstaltet hatten. Auch hier lief die Konversation wie geschmiert, und bald war ich total vertieft ins Gespräch mit Jan, dem Italiener. Er war nur zum Partymachen in Kanada und quetschte mich erstmal über sämtliche deutsche Festivals aus, auf denen ich bisher gewesen bin. Da war er an die Richtige geraten, und nach wenigen Minuten hatte ich ihn soweit, dass er mit glänzenden Augen davon sprach, noch dieses Jahr zum Fusion zu fahren. Na bitte, warum arbeite ich eigentlich nicht in der Werbung? Ach halt, tu ich ja. Um Mitternacht fielen mir die Äuglein zu, und ich ließ den Ray in dieser gutgelaunten Runde zurück, um das Knie zu kühlen und mich in die Traumwelt zu verabschieden.
Alles nicht so schlimm, ich lebe noch!
Die Nacht war kurz, das Bein konnte mich zwar nicht wachhalten dank der vielen starken Drogen aus dem Krankenhaus, aber eine lästige Maus kam alle halbe Stunde unter der Tür durch. Reinhard hatte bei seiner nächtlichen Zuckerorgie ein oder zwei Gummibärchen unters Bett gekickt, und die rochen wohl so gut, dass Mickey jegliche Vorsicht vergaß. Haribo macht alle froh oder so? Pah! Die blöde Quietschkugel mit Fell weckte mich immer wieder auf und so war Reinhard mitten in der Nacht gezwungen, eine provisorische Mäusebarriere vor der Tür anzubringen. Dann wurds auch schon hell, die Vögel zwitscherten neben unseren Ohren um die Wette und das Hostel erwachte zum Leben. Hier wurde ja früher nur aus Holz gebaut, und so konnten wir der Konversation, dem Auf-Klo-gehen und den knarrenden Türen lauschen. Toll!
Wir schleppten unsere müden Körper in die Dusche, erst der Reinhard dann ich. So vorsichtig hatte ich mich noch nie gereinigt. Aber Wunder über Wunder, sauber und mit feuchtem Haar sah die Welt schon wieder besser aus. Mein persönlicher Pfleger transportierte unsere Habseligkeiten zurück ins Auto und holte mich dann ab, um mir die steile Treppe hinunter zu helfen. Wir hatten die Schnauze voll von winzigen Hostels ohne jeden Komfort, und Victoria wollten wir nur noch hinter uns lassen. Ein Frühstücks-Diner namens Denny`s hielt uns noch einmal 1 Stunde auf, und wir genossen extrem guten French Toast, Schinken-Ei-Sandwich und literweise köstlichen Kaffee. Sehr zu empfehlen, wenn man die Geräuschkulisse ignorieren kann. War eben ein Familienrestaurant.
Reinhard hielt an der Touri-Info, doch da Sonntag war konnte uns die geschlossene Tür keine Tipps für Übernachtungen in Vancouver geben. Wir schafften die 3 Uhr Fähre aufs Festland und an Bord lief Ray jeden Infostand ab, nur um am Ende gefrustet wieder neben mir zu sitzen. Nix zu machen, da mussten wir uns selber helfen. In Vancouver namen wir die Sightseeing-Route über den Kingsway hinein in die Stadt. Bei jedem angemessen schäbig wirkenden Motel hielten wir an, um die Preise zu erfragen. Doch selbst die Igittigitts waren eindeutig zu teuer, um länger zu bleiben. Da blieb uns nur ein Anlaufpunkt übrig, das größte Hostel von Vancouver bei Jericho Beach. Ein ehemaliges Militärgebäude mit reichlich Platz drumrum in Laufweite vom schönen Sandstrand gelegen. Dort erfuhren wir, dass für diese Nacht noch 1 Privatroom frei war, sogar mit eigenem Bad. Na, das kam ja wie gerufen! Ich humpelte mich also wieder 2 Treppen hinan, Reinhard immer knapp hinter mir beladen wie ein Sherpa. Ich kam mir vor, wie eine Kolonialstil-Reisende. Fehlte nur noch, dass ich ihn herumkommandierte und dämliche Anweisungen gab wie: Sei vorsichtig mit dem Strohhut, der zerbeult sonst! Das Zimmer war groß, es gab Garderobenhaken, einen Wandschrank, ein Doppelbett und das besagte Privatklo mit Dusche und Waschbecken. Sehr, sehr schön.
Ich suchte im Internet nach günstigen Übernachtungsrouten auf unserem weiteren Weg ins Binnenland, wurde aber nicht so recht fündig. Wie schlau, sich das Knie gerade zum Beginn der Hochsaison zu verletzen. Super-Nadja war wieder unterwegs, einen Pfad der Verwirrung hinter sich lassend. Reinhard war einfach nur genervt nach diesem Tag, er brauchte dringend A) andere Gesellschaft, um sich abzulenken und B) ein kaltes Bier, um mal runter zu kommen. Wir liefen und hüpften also nach draußen ins Café auf dem Hostelrasen und gesellten uns zu einer kleinen Runde bunter Menschen. Reinhard verschwand zwischenzeitig, um sich um unsere Wäsche zu kümmern, und kam in der Dämmerung sogar mit meiner noch warmen, dicken, frischriechenden Jacke zurück. Thats my Boy!!
Schnell stellte sich heraus, dass die gesamte Tafelrunde aus deutschsprachigem Raum kam. Zwei Gewalt-Fahrradtouristen, die sämtliche Wegstrecken per Bike abarbeiten wollten und eine weitere Touristin aus der Schweiz. Wir wechselten also in unsere Muttersprachen, und erzählten uns gegenseitig unsere Abenteuergeschichten. Wow, Hut ab! Ich würde nicht mal auf die Idee kommen, halb Kanada und vor allem die Rockies mit dem Fahrrad zu bewältigen. Als es später wurde, kamen noch ein ansässiger Vancouverite samt mexikanischem und italienischem Freund daher. Sie kamen vom Strand, wo sie bis vor kurzem eine Trommelsession veranstaltet hatten. Auch hier lief die Konversation wie geschmiert, und bald war ich total vertieft ins Gespräch mit Jan, dem Italiener. Er war nur zum Partymachen in Kanada und quetschte mich erstmal über sämtliche deutsche Festivals aus, auf denen ich bisher gewesen bin. Da war er an die Richtige geraten, und nach wenigen Minuten hatte ich ihn soweit, dass er mit glänzenden Augen davon sprach, noch dieses Jahr zum Fusion zu fahren. Na bitte, warum arbeite ich eigentlich nicht in der Werbung? Ach halt, tu ich ja. Um Mitternacht fielen mir die Äuglein zu, und ich ließ den Ray in dieser gutgelaunten Runde zurück, um das Knie zu kühlen und mich in die Traumwelt zu verabschieden.
Alles nicht so schlimm, ich lebe noch!
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