Camping auf Vancouver Island
10./11. Mai -Nadja-
Howdy! Da bin ich wieder. Nachdem wir gestern endlich in die Natur aufgebrochen waren, fuhren wir nach einem günstigen Frühstück aus Eiern, Speck und Toast mit einer unidentifizierbaren Brühe namens Coffee erstmal in freudiger Erwartung und schönstem Wetterchen Richtung Juan de Fuca Strait. Genau! Dort ist auch der Juan de Fuca Trail. Den wollten wir uns gerne in 1-Tages-Touren erarbeiten. Aber zuerst sind wir mal so weit gefahren, dass wir gemütlich noch unsere Zelt/Autolager aufbauen konnten. Auf dem Weg zu diesem Platz, kamen wir an French Beach vorbei und beschlosssen, uns dieses Naturwunder auch noch anzugucken. Hier war der Automat für die Parkgebühren kaputt, so konnten wir ohne schlechtes Gewissen schwarzwandern. Unten erwartete uns dann ein kieseliger Strand, mit hier und dort verteilten angeschwemmten Baumresten. Einige Familien waren auch schon da und grillten auf den Picknickplätzen. Wir wanderten am Ufer entlang und erspähten dann etwas Spannendes im Wasser. Regelmäßig auftauchende, längliche Gestalten zeichneten sich vor dem nebligen Hintergrund ab. Wale? Wahnsinn, erst einen Tag in der Natur und schon begrüßten uns die größten Einwohner Kanadas? Angestrengtes Spähen in die diesige See und so etwa 10 Nessie-Fotos später dann die ernüchternde Erkenntnis: Nee, waren doch nur Baumstämme. Na egal, alleine die Illusion der ersten Walsichtung begeisterte. Kann ja noch kommen.
Bei Port Renfrew verfuhren wir uns 1/2x um den richtigen Campground zu finden. Laut Karte sollte noch einer ein Stück weiter im Wald sein, etwas abseits des weit ins Landesinnere reichenden Meeresarmes, der uns bis dahin begleitete. Da war aber außer ein paar Fischern am See und einigen in den tiefen, dunklen Wald führenden Baumfällerstraßen nichts zu finden. Also drehten wir wieder um, und begaben uns auf den direkt am Strand gelegenen Pacheedaht-First-Nations Campground. Sehr basic das ganze. Wasseranschluss nicht vorhanden, Plumpsklos und Schlaglöcher vom feinsten auf dem gesamten Campingplatz. Na egal, wir brauchten einen Platz zum Schlafen. Dafür sollte es wohl reichen. Leider fings da auch schon wieder an zu regnen. Wir haben also schnell unser Lager im Auto aufgeschlagen. Erstmal vom Strand runter in eine Campingbucht mit Bäumen, in der Hoffnung, dass wir darunter wenigsten ein bisschen trocken bleiben würden. Die am Strand stehende Picknick-Bank nahmen wir einfach mit und stellten sie hinters Auto. Bei geöffneter Heckklappe bekamen wir so eine halbwegs unverregnete Kochnische. Wir waren der festen Überzeugung, dass wir wohl in der Vorsaison eingetrudelt waren. Also nichts bezahlen müssten. Ha! Von wegen. Nur weil nix und keiner da ist, heißt das ja noch lange nicht, dass man keine Touristen um ein wenig Geld erleichtern kann. Kaum wiegten wir uns in Sicherheit vor der Parkplatzobrigkeit, kam ein gelber, nagelneuer Jeep über die Schlaglöcher auf uns zu geeiert. Aus jenem enstieg ein freundlich lächelnder Ureinwohner, um uns zu fragen, ob wir denn auch schon eine Parkerlaubnis hätten. Nein, hatten wir nicht. An der Einfahrt des Campingplatzes stand zwar eine fest im Boden verankerte rote Box, die zum Geld einsammeln nützen sollte, aber die sah so zerrupft aus, dass uns unser schönes, kanadisches Spielgeld dafür noch zu unschuldig erschien. Also Frage verneinen, lächeln, fragen was das Ganze kosten sollte. 15 $ fürs übernachten. Na gut. Wir hatten ja eh keine andere Wahl. Der nette Mann stieg nochmal in sein gelbes Geschoss, weil er die auszufüllenden Zettel zu Hause vergessen hatte und fuhr von dannen. Als er nach 5 min wieder da war, gaben wir ihm das versprochene Geld, bekamen einen kleinen Zettel für die Ablage, und zack! lächeln, winken, weg war der Pacheedaht-Mann wieder. Also weiter aufbauen. Zum Glück hatten wir schon eine Luftmatratze und einen Blasebalg gekauft. Im Auto konnten wir die hintere Sitzbank ausbauen, auf die erste stapeln, unsere gesamten Habseligkeiten so verteilen, dass eine ausreichende Liegefläche entstand und darauf die Matratze legen. Noch ein wenig Pumpaktion von Nadja und Reinhard, und tada! eine untadelig zu drei Vierteln aufgeblasene Matratze überfüllte den Raum. Die Schlafsäcke obendrauf geworfen und fertig war die Laube.
Befriedigt mit unserem Werk und in der festen Überzeugung dass der Regen ja nicht ewig weiterfallen konnte, zogen wir unsere dicken Jacken und festen Schuhe an, und begaben uns mit einer Kamera bewaffnet an den Strand. Klasse Panoramen haben sie hier. Eine eiförmige Meeresbucht überwuchert von nebelverhangenen Bergen. Am Strand lagen die rund- und glattgewaschenen Überreste riesiger Bäume. Meist Zedern, der fachkundigen Meinung meines mitgereisten Tischlers nach. Na gut. Auf jeden Fall sehr beindruckend. Einige Seevögel wiegten sich auf den Wellen, sonst war keiner da. Aber dann... Ein dunkler runder Kopf tauchte aus dem Wasser auf und schaute uns mit großen, dunklen Augen an. Eine Robbe! Jetzt aber wirklich kein Baum oder so. Wir haben denn auch schnell mehrere Beweisfotos geschossen. Siehe Album.
Nach diesem aufmunternden Ereignis, trabten wir durch den stärker werdenden Nieselregen gen Mobile Home. Zum Abendbrot gabs Überreste vom Vortag auf dem Gaskocher aufgewärmt. Leicht angebrannt schmeckten die Nudeln mit Hackfleischsoße gleich viel besser. Es war nass, es war windig, es war kalt. Wir trafen die richtige Entscheidung: ein Feuer musste her. Schon mal probiert, im strömenden Regen mit nassem Holz ein Lagerfeuer zu entzünden? Ich kann sagen; es ist schwer! Sehr schwer! Reinhard schabte ohne Ende Holzspäne von einem feuchten Scheit, ich stapelte sie zusammen mit kleinen Zweigen und Papier zu einem kleinen Haufen. Zwei Versuche schlugen fehl. Beim dritten Anlauf legten wir ein großes Stück Rinde als Dach über den Stapel, Reinhard fütterte unentwegt Papierschnipsel und Holzspäne nach, und ich fachte mit dem Blasebalg ordentlich an. Nach einigen hektischen, sorgenvollen Minuten hatten wir dann ein hübsches Lagerfeuerchen. Als die ersten großen Scheite brannten, zog Reinhard uns einen leicht angerotteten Baumstamm als Sitzbank heran, wir legten uns Pappe unter und saßen mit einem kühlen Bier in der Hand an einem warmen Feuer. Es wurde Nacht, der Regen hörte nicht auf und wir fühlten uns wie die letzten Menschen auf dieser Erde. Noch ein Tipp: mit Billigregenponchos kann man zwar eine Nacht am Feuer überstehen, aber der Dreck gehört ansonsten verboten. Die Dinger gingen schon beim Anziehen kaputt.
Die Nacht war lang, aber merke; auf einer nicht ganz aufgeblasenen Matratze liegen selbst zwei kleine Menschen mehr schlecht als recht in einem Ford Windstar. Diesen Hinweis wird wahrscheinlich nie ein Schwein brauchen können aber man muss alles mal ausprobiert haben. Motzenderweise räumten wir leicht schlechtgelaunt den Wagen wieder auf, sammelten die Überreste des Vorabends ein - habe ich schon bemerkt, dass es immer noch regnete? - machten Katzenwäsche unter der Heckklappe und fuhren in den kleinen Ort, um in der Coastal Kitchen ein Frühstück aus viel Kaffee, einem Egg+Ham Muffin für Reinhard und einer großen Schale Suppe für Nadja einzunehmen. Gestärkt und aufgewärmt fuhren wir von dannen mit dem Plan, dem Regen zu entgehen. Ab ging die Fahrt quer über die Insel nach Nanaimo. Unterwegs haben wir noch ein wenig eingekauft fürs Abendbrot und hielten dann bei der Touriinfo in Nanaimo an. Die freundliche Angestellte überhäufte uns mit kostemlosen Infomaterial inklusive einem detaillierten Campingplatzführer. Sehr, sehr gut. So wussten wir wenigstens, wo einer zu finden war mit Dusche. Ins Inselinnere abgebogen, durch die Cedar Cove mit riesenhaften Bäumen auf nach Sproat Lake ging die Fahrt. Dort eingetroffen, haben wir die Anlage kurz besichtigt, für gut befunden und während Reinhard das Zelt aufbaute, fuhr ich nochmal in den anliegenden Ort, um Feuerholz zu holen. Den kurzen Spaziergang ans Seeufer zur Besichtigung der Petroglyphen haben wir uns auch noch angetan. Voll toll. Ich hab da eigentlich gar nichts gesehen, aber das Stehen auf dem schwankenden Schwimmdock vor der Steinwand fand ich immerhin echt gruselig. Nix wie zurück ins Lager und Abendbrot angerichtet. Das haben wir dann wegen Schauern im Auto verzehrt. Aus dem Feuer wird heut wohl auch nichts mehr, es tröpfelt immer wieder und wir haben ja keine Ponchos mehr. Dunkel wirds grad auch rapide. Heut nacht nehm ich mir wohl ne Wärmflasche mit ins Zelt. Die Regenzeit soll laut Wetterbericht spätestens nächste Woche vorüber sein. Bis dahin planen wir auch endgültig ausgerüstet zu sein. So extrem hart sind wir einfach nicht, dass wir jeden Abend feucht werden können, ohne dabei Schaden an Leib und Gemüt zu nehmen. Wenns gar nicht aufhören will, quartieren wir uns wohl einfach wieder irgendwo günstig ein. Das gibt das Büdget schon her.
Bis morgen dann, der Reinhard tippert euch auch gerne wieder was zurecht.
Eure mit Moos bewachsene Nadja.
Howdy! Da bin ich wieder. Nachdem wir gestern endlich in die Natur aufgebrochen waren, fuhren wir nach einem günstigen Frühstück aus Eiern, Speck und Toast mit einer unidentifizierbaren Brühe namens Coffee erstmal in freudiger Erwartung und schönstem Wetterchen Richtung Juan de Fuca Strait. Genau! Dort ist auch der Juan de Fuca Trail. Den wollten wir uns gerne in 1-Tages-Touren erarbeiten. Aber zuerst sind wir mal so weit gefahren, dass wir gemütlich noch unsere Zelt/Autolager aufbauen konnten. Auf dem Weg zu diesem Platz, kamen wir an French Beach vorbei und beschlosssen, uns dieses Naturwunder auch noch anzugucken. Hier war der Automat für die Parkgebühren kaputt, so konnten wir ohne schlechtes Gewissen schwarzwandern. Unten erwartete uns dann ein kieseliger Strand, mit hier und dort verteilten angeschwemmten Baumresten. Einige Familien waren auch schon da und grillten auf den Picknickplätzen. Wir wanderten am Ufer entlang und erspähten dann etwas Spannendes im Wasser. Regelmäßig auftauchende, längliche Gestalten zeichneten sich vor dem nebligen Hintergrund ab. Wale? Wahnsinn, erst einen Tag in der Natur und schon begrüßten uns die größten Einwohner Kanadas? Angestrengtes Spähen in die diesige See und so etwa 10 Nessie-Fotos später dann die ernüchternde Erkenntnis: Nee, waren doch nur Baumstämme. Na egal, alleine die Illusion der ersten Walsichtung begeisterte. Kann ja noch kommen.
Bei Port Renfrew verfuhren wir uns 1/2x um den richtigen Campground zu finden. Laut Karte sollte noch einer ein Stück weiter im Wald sein, etwas abseits des weit ins Landesinnere reichenden Meeresarmes, der uns bis dahin begleitete. Da war aber außer ein paar Fischern am See und einigen in den tiefen, dunklen Wald führenden Baumfällerstraßen nichts zu finden. Also drehten wir wieder um, und begaben uns auf den direkt am Strand gelegenen Pacheedaht-First-Nations Campground. Sehr basic das ganze. Wasseranschluss nicht vorhanden, Plumpsklos und Schlaglöcher vom feinsten auf dem gesamten Campingplatz. Na egal, wir brauchten einen Platz zum Schlafen. Dafür sollte es wohl reichen. Leider fings da auch schon wieder an zu regnen. Wir haben also schnell unser Lager im Auto aufgeschlagen. Erstmal vom Strand runter in eine Campingbucht mit Bäumen, in der Hoffnung, dass wir darunter wenigsten ein bisschen trocken bleiben würden. Die am Strand stehende Picknick-Bank nahmen wir einfach mit und stellten sie hinters Auto. Bei geöffneter Heckklappe bekamen wir so eine halbwegs unverregnete Kochnische. Wir waren der festen Überzeugung, dass wir wohl in der Vorsaison eingetrudelt waren. Also nichts bezahlen müssten. Ha! Von wegen. Nur weil nix und keiner da ist, heißt das ja noch lange nicht, dass man keine Touristen um ein wenig Geld erleichtern kann. Kaum wiegten wir uns in Sicherheit vor der Parkplatzobrigkeit, kam ein gelber, nagelneuer Jeep über die Schlaglöcher auf uns zu geeiert. Aus jenem enstieg ein freundlich lächelnder Ureinwohner, um uns zu fragen, ob wir denn auch schon eine Parkerlaubnis hätten. Nein, hatten wir nicht. An der Einfahrt des Campingplatzes stand zwar eine fest im Boden verankerte rote Box, die zum Geld einsammeln nützen sollte, aber die sah so zerrupft aus, dass uns unser schönes, kanadisches Spielgeld dafür noch zu unschuldig erschien. Also Frage verneinen, lächeln, fragen was das Ganze kosten sollte. 15 $ fürs übernachten. Na gut. Wir hatten ja eh keine andere Wahl. Der nette Mann stieg nochmal in sein gelbes Geschoss, weil er die auszufüllenden Zettel zu Hause vergessen hatte und fuhr von dannen. Als er nach 5 min wieder da war, gaben wir ihm das versprochene Geld, bekamen einen kleinen Zettel für die Ablage, und zack! lächeln, winken, weg war der Pacheedaht-Mann wieder. Also weiter aufbauen. Zum Glück hatten wir schon eine Luftmatratze und einen Blasebalg gekauft. Im Auto konnten wir die hintere Sitzbank ausbauen, auf die erste stapeln, unsere gesamten Habseligkeiten so verteilen, dass eine ausreichende Liegefläche entstand und darauf die Matratze legen. Noch ein wenig Pumpaktion von Nadja und Reinhard, und tada! eine untadelig zu drei Vierteln aufgeblasene Matratze überfüllte den Raum. Die Schlafsäcke obendrauf geworfen und fertig war die Laube.
Befriedigt mit unserem Werk und in der festen Überzeugung dass der Regen ja nicht ewig weiterfallen konnte, zogen wir unsere dicken Jacken und festen Schuhe an, und begaben uns mit einer Kamera bewaffnet an den Strand. Klasse Panoramen haben sie hier. Eine eiförmige Meeresbucht überwuchert von nebelverhangenen Bergen. Am Strand lagen die rund- und glattgewaschenen Überreste riesiger Bäume. Meist Zedern, der fachkundigen Meinung meines mitgereisten Tischlers nach. Na gut. Auf jeden Fall sehr beindruckend. Einige Seevögel wiegten sich auf den Wellen, sonst war keiner da. Aber dann... Ein dunkler runder Kopf tauchte aus dem Wasser auf und schaute uns mit großen, dunklen Augen an. Eine Robbe! Jetzt aber wirklich kein Baum oder so. Wir haben denn auch schnell mehrere Beweisfotos geschossen. Siehe Album.
Nach diesem aufmunternden Ereignis, trabten wir durch den stärker werdenden Nieselregen gen Mobile Home. Zum Abendbrot gabs Überreste vom Vortag auf dem Gaskocher aufgewärmt. Leicht angebrannt schmeckten die Nudeln mit Hackfleischsoße gleich viel besser. Es war nass, es war windig, es war kalt. Wir trafen die richtige Entscheidung: ein Feuer musste her. Schon mal probiert, im strömenden Regen mit nassem Holz ein Lagerfeuer zu entzünden? Ich kann sagen; es ist schwer! Sehr schwer! Reinhard schabte ohne Ende Holzspäne von einem feuchten Scheit, ich stapelte sie zusammen mit kleinen Zweigen und Papier zu einem kleinen Haufen. Zwei Versuche schlugen fehl. Beim dritten Anlauf legten wir ein großes Stück Rinde als Dach über den Stapel, Reinhard fütterte unentwegt Papierschnipsel und Holzspäne nach, und ich fachte mit dem Blasebalg ordentlich an. Nach einigen hektischen, sorgenvollen Minuten hatten wir dann ein hübsches Lagerfeuerchen. Als die ersten großen Scheite brannten, zog Reinhard uns einen leicht angerotteten Baumstamm als Sitzbank heran, wir legten uns Pappe unter und saßen mit einem kühlen Bier in der Hand an einem warmen Feuer. Es wurde Nacht, der Regen hörte nicht auf und wir fühlten uns wie die letzten Menschen auf dieser Erde. Noch ein Tipp: mit Billigregenponchos kann man zwar eine Nacht am Feuer überstehen, aber der Dreck gehört ansonsten verboten. Die Dinger gingen schon beim Anziehen kaputt.
Die Nacht war lang, aber merke; auf einer nicht ganz aufgeblasenen Matratze liegen selbst zwei kleine Menschen mehr schlecht als recht in einem Ford Windstar. Diesen Hinweis wird wahrscheinlich nie ein Schwein brauchen können aber man muss alles mal ausprobiert haben. Motzenderweise räumten wir leicht schlechtgelaunt den Wagen wieder auf, sammelten die Überreste des Vorabends ein - habe ich schon bemerkt, dass es immer noch regnete? - machten Katzenwäsche unter der Heckklappe und fuhren in den kleinen Ort, um in der Coastal Kitchen ein Frühstück aus viel Kaffee, einem Egg+Ham Muffin für Reinhard und einer großen Schale Suppe für Nadja einzunehmen. Gestärkt und aufgewärmt fuhren wir von dannen mit dem Plan, dem Regen zu entgehen. Ab ging die Fahrt quer über die Insel nach Nanaimo. Unterwegs haben wir noch ein wenig eingekauft fürs Abendbrot und hielten dann bei der Touriinfo in Nanaimo an. Die freundliche Angestellte überhäufte uns mit kostemlosen Infomaterial inklusive einem detaillierten Campingplatzführer. Sehr, sehr gut. So wussten wir wenigstens, wo einer zu finden war mit Dusche. Ins Inselinnere abgebogen, durch die Cedar Cove mit riesenhaften Bäumen auf nach Sproat Lake ging die Fahrt. Dort eingetroffen, haben wir die Anlage kurz besichtigt, für gut befunden und während Reinhard das Zelt aufbaute, fuhr ich nochmal in den anliegenden Ort, um Feuerholz zu holen. Den kurzen Spaziergang ans Seeufer zur Besichtigung der Petroglyphen haben wir uns auch noch angetan. Voll toll. Ich hab da eigentlich gar nichts gesehen, aber das Stehen auf dem schwankenden Schwimmdock vor der Steinwand fand ich immerhin echt gruselig. Nix wie zurück ins Lager und Abendbrot angerichtet. Das haben wir dann wegen Schauern im Auto verzehrt. Aus dem Feuer wird heut wohl auch nichts mehr, es tröpfelt immer wieder und wir haben ja keine Ponchos mehr. Dunkel wirds grad auch rapide. Heut nacht nehm ich mir wohl ne Wärmflasche mit ins Zelt. Die Regenzeit soll laut Wetterbericht spätestens nächste Woche vorüber sein. Bis dahin planen wir auch endgültig ausgerüstet zu sein. So extrem hart sind wir einfach nicht, dass wir jeden Abend feucht werden können, ohne dabei Schaden an Leib und Gemüt zu nehmen. Wenns gar nicht aufhören will, quartieren wir uns wohl einfach wieder irgendwo günstig ein. Das gibt das Büdget schon her.
Bis morgen dann, der Reinhard tippert euch auch gerne wieder was zurecht.
Eure mit Moos bewachsene Nadja.
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