Port Hardy
21. Mai -Nadja-
Immerhin, geschlafen haben wir beide wie die Babys und nach dem Aufwachen hätten wir uns am liebsten noch einmal in den Schlafsäcken umgedreht und schön weitergeschnarcht. Aber wir wollten ja was sehen an diesem Tag. Die Sonne lugte durch die Bäume und betrachtete Reinhard beim Blog-Tippern und mich beim Kaffee genießen. Kühl war es zwar noch, aber längst nicht so knochenzermübend kalt, wie am Abend davor. Wir schmissen alles in den Kofferraum und entflohen dem nassen Grund.
Die Fahrt führte uns über den Highway 19 gen Norden immer entlang der Aussicht über die Meerenge zwischen Vancouver Island und dem Festland. Über dem glitzernden Wasser ragten in der Ferne die Rocky Mountains in den blauen Himmel. Ein Panorama zum Niederknien. Ich spielte inzwischen mit dem Tempomaten und musste zugeben, dass das Fahren mit Automatik seine Vorzüge hat. Ich sag ja: Wie die Rentner! Wir düsten Richtung Cape Scott und hielten bei Port McNeil am Visitor Center. Eine äußerst freundliche Mitarbeiterin versorgte uns mit leichter Konversation, Tipps zum Wandern und mit einer Karte inklusive eingezeichneten Campingplätzen weiter im Norden. Auf Reinhards Frage hin, ob es auf VI denn auch wirklich keine Grizzlys gäbe, antwortete sie uns, dass sich wohl einer oder zwei inzwischen im Inselinneren herumtrieben. Sind wohl durch die Strait vom Festland rübergeschwommen. Aber normalerweise würden diese bei Sichtung eingefangen, und zurücktransportiert. Wir erklärten dann noch kurz woher wir kamen. Nämlich aus der "Marzipan Capital of the World"-Lübeck. Das kam gut an bei ihr, offenbar aß sie das süße Zeug gerne. Wir hatten am gestrigen Tag aufgeschnappt, dass andere Touris bei Port Hardy Seelöwen gesehen hatten. Das wollten wir natürlich auch. Bei einem viel zu teuer angebotenen Flugveranstalter waren wir auch noch kurz drin. Die wären am 22. einen Rundkurs geflogen, um Post und Fracht über die kleineren Inseln zu verteilen, und hätten uns dabei gleich mitgenommen. Aber 400 Dollar pro Nase gab das Budget einfach nicht her. Zum Mittagessen gabs lecker Texmex-Essen in Riesenportionen zu vernünftigen Preisen in einem kleinen Café. Schön, wenn man so früh im Jahr kommt, dass die Touristen-Abzocke noch nicht auf Hochtouren läuft.
Auf dem Weg den Highway hinunter, sahen wir uns den Tipp der freundlichen Infomitarbeiterin an. Einen direkt am Strand gelegenen Campingplatz. Der überzeugte uns beim ersten Eindruck mit kleinen, sehr gepflegt aussehenden Campsites und einem Weg an den kieseligen Pazifikstrand, der uns nicht mehr als einmal Hinfallen aus dem Zelt kostete. Super! Wir machten sofort eine Reservierung für den hübschesten Platz, den wir gesehen hatten. Und weiter ging die Tour.
Wir folgten dem Hinweis mit den Seelöwen und hielten in Port Hardy direkt am Strand. Auch dort wieder das Niederknie-Panorama mit blauen Fluten und viel Berg im Hintergrund. Ahh! Na dafür waren wir doch hergekommen. Wir spazierten also die Promenade ab, hielten hier und dort am Rand, um ein paar Bilder zu machen und rollten dann die Strasse weiter hinunter zur Marina, um endlich unsere Seelöwen kennen zu lernen. Hier konnte man über den Hafenwall um die Anlegestelle herumlaufen, und wir sahen jede Menge Weißkopfseeadler und Krähen aber keine Seelöwen. Doch dann tauchte einer auf. Allerding fühlte der sich von uns gestört, machte eine Wasserrolle und trollte sich gen Ozean davon.
Reinhard vertrieb sich die Zeit damit, das ultimative Adlerfoto zu machen und ich besah mir vorher angemerktes Panorama. Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich noch den Beaver Lake Trail ablaufen, doch die Ruhe am See selber verleitete uns zu einer ausgedehnten Sitzpause am Strand. Hier unten wurde es uns ohne Wind dann endlich richtig warm, und beinahe wären wir an Ort und Stelle auf dem einladend aussehenden Rasen eingeschlafen. Aber statt dessen, fuhren wir nochmal nach Port McNeil, um einige weitere Vorräte für die kommenden Tage einzuladen.
Die Sonne ging schon über dem Strait unter und wir fuhren bei Telegraph Cove noch auf den Dorfhügel, ertappten einen Weißkopfseeadler beim abendlichen Verdauen im Baum, und Reinhard bekam endlich sein Adlerfoto im rosigen Sonnenuntergangslicht. Wir saugten noch so viel Schönheit auf wie ging, und fuhren dann heim auf unseren moosigen Campground. Hier klopfte Reinhard mit der heute erstandenen kleinen Axt unser Feuerholz in handliche Scheite und nun freue ich mich auf einen gemütlichen Restabend am Lagerfeuer.
Bis übermorgen,
Nadja.
Immerhin, geschlafen haben wir beide wie die Babys und nach dem Aufwachen hätten wir uns am liebsten noch einmal in den Schlafsäcken umgedreht und schön weitergeschnarcht. Aber wir wollten ja was sehen an diesem Tag. Die Sonne lugte durch die Bäume und betrachtete Reinhard beim Blog-Tippern und mich beim Kaffee genießen. Kühl war es zwar noch, aber längst nicht so knochenzermübend kalt, wie am Abend davor. Wir schmissen alles in den Kofferraum und entflohen dem nassen Grund.
Die Fahrt führte uns über den Highway 19 gen Norden immer entlang der Aussicht über die Meerenge zwischen Vancouver Island und dem Festland. Über dem glitzernden Wasser ragten in der Ferne die Rocky Mountains in den blauen Himmel. Ein Panorama zum Niederknien. Ich spielte inzwischen mit dem Tempomaten und musste zugeben, dass das Fahren mit Automatik seine Vorzüge hat. Ich sag ja: Wie die Rentner! Wir düsten Richtung Cape Scott und hielten bei Port McNeil am Visitor Center. Eine äußerst freundliche Mitarbeiterin versorgte uns mit leichter Konversation, Tipps zum Wandern und mit einer Karte inklusive eingezeichneten Campingplätzen weiter im Norden. Auf Reinhards Frage hin, ob es auf VI denn auch wirklich keine Grizzlys gäbe, antwortete sie uns, dass sich wohl einer oder zwei inzwischen im Inselinneren herumtrieben. Sind wohl durch die Strait vom Festland rübergeschwommen. Aber normalerweise würden diese bei Sichtung eingefangen, und zurücktransportiert. Wir erklärten dann noch kurz woher wir kamen. Nämlich aus der "Marzipan Capital of the World"-Lübeck. Das kam gut an bei ihr, offenbar aß sie das süße Zeug gerne. Wir hatten am gestrigen Tag aufgeschnappt, dass andere Touris bei Port Hardy Seelöwen gesehen hatten. Das wollten wir natürlich auch. Bei einem viel zu teuer angebotenen Flugveranstalter waren wir auch noch kurz drin. Die wären am 22. einen Rundkurs geflogen, um Post und Fracht über die kleineren Inseln zu verteilen, und hätten uns dabei gleich mitgenommen. Aber 400 Dollar pro Nase gab das Budget einfach nicht her. Zum Mittagessen gabs lecker Texmex-Essen in Riesenportionen zu vernünftigen Preisen in einem kleinen Café. Schön, wenn man so früh im Jahr kommt, dass die Touristen-Abzocke noch nicht auf Hochtouren läuft.
Auf dem Weg den Highway hinunter, sahen wir uns den Tipp der freundlichen Infomitarbeiterin an. Einen direkt am Strand gelegenen Campingplatz. Der überzeugte uns beim ersten Eindruck mit kleinen, sehr gepflegt aussehenden Campsites und einem Weg an den kieseligen Pazifikstrand, der uns nicht mehr als einmal Hinfallen aus dem Zelt kostete. Super! Wir machten sofort eine Reservierung für den hübschesten Platz, den wir gesehen hatten. Und weiter ging die Tour.
Wir folgten dem Hinweis mit den Seelöwen und hielten in Port Hardy direkt am Strand. Auch dort wieder das Niederknie-Panorama mit blauen Fluten und viel Berg im Hintergrund. Ahh! Na dafür waren wir doch hergekommen. Wir spazierten also die Promenade ab, hielten hier und dort am Rand, um ein paar Bilder zu machen und rollten dann die Strasse weiter hinunter zur Marina, um endlich unsere Seelöwen kennen zu lernen. Hier konnte man über den Hafenwall um die Anlegestelle herumlaufen, und wir sahen jede Menge Weißkopfseeadler und Krähen aber keine Seelöwen. Doch dann tauchte einer auf. Allerding fühlte der sich von uns gestört, machte eine Wasserrolle und trollte sich gen Ozean davon.
Reinhard vertrieb sich die Zeit damit, das ultimative Adlerfoto zu machen und ich besah mir vorher angemerktes Panorama. Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich noch den Beaver Lake Trail ablaufen, doch die Ruhe am See selber verleitete uns zu einer ausgedehnten Sitzpause am Strand. Hier unten wurde es uns ohne Wind dann endlich richtig warm, und beinahe wären wir an Ort und Stelle auf dem einladend aussehenden Rasen eingeschlafen. Aber statt dessen, fuhren wir nochmal nach Port McNeil, um einige weitere Vorräte für die kommenden Tage einzuladen.
Die Sonne ging schon über dem Strait unter und wir fuhren bei Telegraph Cove noch auf den Dorfhügel, ertappten einen Weißkopfseeadler beim abendlichen Verdauen im Baum, und Reinhard bekam endlich sein Adlerfoto im rosigen Sonnenuntergangslicht. Wir saugten noch so viel Schönheit auf wie ging, und fuhren dann heim auf unseren moosigen Campground. Hier klopfte Reinhard mit der heute erstandenen kleinen Axt unser Feuerholz in handliche Scheite und nun freue ich mich auf einen gemütlichen Restabend am Lagerfeuer.
Bis übermorgen,
Nadja.
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