Wieder in Pacheedaht

Veröffentlicht auf von Nadja + Reinhard

28. Mai -Reinhard-

Trotz der Ohrstopfen wurde Reinhard sehr früh wach. Die Vibrationen vom Highway waren das dann wohl. Es wurde eine Dusche eingenommen, dann traf er auch schon auf unseren Gast vom letzten Abend. Travis lud auf eine Tasse Kaffee ein, das war aber leider nur eine trübe Tasse Wasser, bei der eine Kaffeebohne gegen das Sonnenlicht gehalten wurde. Egal, Travis ist ein netter Kerl, wenn auch etwas eigen. Er hatte seine Wohnung aufgeben müssen und lebte fortan hier im Zelt. Ausgestattet mit Matratze, E-Herd und Kaffeemaschine. Ziemlich zusammengewürfelte Konstellation.
Nadja ging zur Dusche und unerfreute sich an einer glotzenden Spinne, die am Duschkopf acht Augen auf sie geworfen hatte. Reinhard nutzte die Gelegenheit, um per Internet ein paar Telephonate zu führen, das ist von mangelnder Sprachqualität abgesehen eine sehr günstige Variante, um zu Hause die Leute zu erschrecken. Nadja tat es dann genauso und wir verließen die Campinggärtnerei.

In der Citty suchten wir als erstes ein französiches Café auf und speisten vorzüglich, jetzt waren wir bereit für den Musikladen. Die Anzeige hatte nicht zu viel versprochen, nach einer guten Stunde verließen wir das Geschäft mit zwei Tüten voller CD's, es waren zum Glück recht kleine Beutel. Unser Fordsofa hat erstaunlicherweise einen sechsfach Cd-Player und so randomizten wir duch die Gegend.
Kurz vor Duncan bogen wir wieder in die Insel ein und hielten am Bargainshop in Lake Cowichan, es gibt doch immer noch eine Kleinigkeit zu kaufen. Dann folgten wir wie gehabt der Nebenstrecke nach Port Renfrew, kurze Zeit später war es vorbei mit geplegter Langeweile. Nadja kam auf enger Strecke in schweren Gegenverkehr mit Loggingtrucks und allerlei Ungeziefer. Baustellen tauchten auf, überall große LKW's und dann kam auch noch die Gravelroad dazu. Nadja Kurvte die Serpentinen herauf und hinab, hinter jeder Kurve könnte ein neues Monster lauern. Und immer, wenn uns einer entgegenkam war die staubige Sicht auf Null angelangt. Ganz schön aufregend das heutige Schauspiel.

Wir kamen in Port Renfrew an und verschafften uns einen Überblick am Trailhead vom Juan de Fuca. Zuerst gingen wir sechshundert Meter durch den Wald hinab zu Mills Bay, kannte Reinhard vom letzten Mal, war nicht mehr so. Uns kam ein französch akzentuierter Wanderer entgegen, der uns erzählte:"Da ist Bär! Nur 500m dahinunter. Aber sehr schöne Aussicht auf andere Seite."

Meister Petz war schon davongetrottet, es war gerade Flut und vom Strand war nur ein schnöder kleiner Kiesweg übrig und nach so vielen Jahren war auch die Aussicht durch das Tal zugewuchert. Nach diesem Abstecher informierten wir uns noch über das Tagesprogramm von morgen und kehrten dem Park unsere Rücken zu.
Der Pachee Daht Campground erschien uns bei Sonne sehr viel einladender als das letzte Mal und mit kompletter Ausrüstung suchten wir uns eine hübsche Bucht zum Meer hin. Dort eröffneten wir eine Frittenbude und lebten glücklich bis ans Ende unserer Tage.

Stop, das war nicht unsere Geschichte, wir hatten gar kein Öl dabei. Das Zelt wurde aufgeschlagen, der Tischler baute einen Tisch, seine Frau baute die Feuerstätte und romantisch jagten beide Treibholz am Strand. Das versprach ein besonders schönes Feuer zu werden, denn die ausgewaschenen Holzteile waren sehr hübsch geformt. Die Lampen wurden angezündet, Hot-Dogs wurden vorbereitet und dann fiel die Sonne hinter den nächsten Hügel.

Es war eine Sternennacht zum Verlieben. Als die Mondsichel der Sonne hinter den Hügel gefolg war, blieb ein der schwarze Himmel übrig, über und über mit Sternen besprenkelt. So schön hat man es selten am Strand gesehen. Ohne die Lichter der Stadt einfach fantastisch.
Werbung
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post